Aktive Fonds vs. Passive ETFs
- Sascha Demel

- 15. Juli
- 12 Min. Lesezeit
Was die Statistik wirklich sagt, wo ETFs glänzen, wo sie schwächeln
und warum die Auswahl aktiver Fonds ein Handwerk ist.
Die Wette
Eine Million Dollar gegen die Fondsbranche
2007 schloss Warren Buffett eine öffentliche Wette über eine Million Dollar ab: Ein simpler, billiger Indexfonds auf den S&P 500 würde über zehn Jahre besser abschneiden als eine handverlesene Auswahl aktiv gemanagter Hedgefonds. Die Profis von Protégé Partners nahmen an, wählten fünf Dachfonds aus und verloren krachend. Der Indexfonds legte bis Ende 2017 rund 126 % zu, die aktive Auswahl im Schnitt rund 36 %. Gebühren fressen Rendite, so das Fazit, und die Geschichte wurde zum Gründungsmythos der ETF-Bewegung.
Die Geschichte ist wahr. Und trotzdem erzählt sie nur die Hälfte. Denn dieselbe Statistik, die zeigt, dass die Mehrheit aktiver Fonds ihre Benchmark verfehlt, zeigt auch: Eine Minderheit schafft es. Jahr für Jahr, über volle Marktzyklen. Die eigentlich spannende Frage lautet also nicht „aktiv oder passiv?“, sondern: Kann man diese Minderheit systematisch finden, und was leisten ETFs dort, wo aktives Management seinen Preis nicht wert ist?
Was dich in diesem Beitrag erwartet
Was die SPIVA-Statistik über aktive Fonds wirklich sagt und warum die meisten scheitern
Die ehrlichen Stärken der ETFs: Kosten, Transparenz, Disziplin
Die ehrlichen Schwächen der ETFs: Konzentration, kein Risikomanagement, Prozyklik
Warum Fondskurse nach der BVI-Methode die laufenden Kosten bereits enthalten und was institutionelle Tranchen ändern
Wo aktive Fonds ihren Preis wert sein können und wo sicher nicht
Ein reales Beispiel: Pilaris Origin, 9 aktive Fonds und 1 ETF, im direkten Vergleich mit dem MSCI World
Wie wir bei Pilaris die Minderheit der Überperformer herausfiltern und warum genau das unser Job ist
Kurz gesagt: ETFs und aktive Fonds sind Werkzeuge, keine Glaubensrichtungen. Die Statistik gegen die Masse der aktiven Fonds ist real, sie ist der Grund, warum es Auswahl-Spezialisten wie Pilaris überhaupt gibt: Wer Kosten zahlt, muss dafür Leistung bekommen. Die Kunst liegt darin, für jede Aufgabe im Portfolio das richtige Werkzeug zu wählen. |
Der Befund
Die unbequeme Wahrheit über die Masse der aktiven Fonds
Beginnen wir mit dem Teil, den viele in unserer Branche lieber weglassen. Die SPIVA-Studien von S&P vergleichen seit über zwanzig Jahren aktiv gemanagte Fonds mit ihren jeweiligen Vergleichsindizes. Das Ergebnis ist über Regionen und Zeiträume hinweg erstaunlich stabil: Je länger der Horizont, desto größer der Anteil der Fonds, die hinter ihrer Benchmark zurückbleiben. Über zehn und mehr Jahre liegen, je nach Kategorie und Region, grob 80 bis 90 % der aktiven Aktienfonds hinter dem Index, den sie eigentlich schlagen wollen.

Grobe Größenordnungen auf Basis der SPIVA-Studien von S&P (aktive Aktienfonds vs. jeweilige Benchmark, je nach Region und Kategorie unterschiedlich). Die exakten Werte schwanken von Auswertung zu Auswertung, das Muster ist aber seit Jahren stabil: Je länger der Zeitraum, desto kleiner der Anteil der Fonds vor dem Index.
Die Gründe dafür sind kein Geheimnis. Erstens die Kosten: Ein aktiver Fonds mit 1,5 bis 2 % laufenden Gebühren startet jedes Jahr mit einem Rückstand, den der Manager erst einmal aufholen muss. Zweitens die Markteffizienz: In großen, gut analysierten Märkten wie US-Standardwerten ist es extrem schwer, dauerhaft Informationsvorsprünge zu finden. Und drittens das verdeckte Index-Kopieren, im Fachjargon Closet Indexing: Fonds, die zu 90 % dem Index folgen, dafür aber aktive Gebühren verrechnen. Das ist die schlechteste Kombination von allen, volle Kosten, keine echte Abweichung, keine Chance auf Mehrertrag.
Ein Punkt wird in dieser Debatte oft missverstanden, und er ist wichtig für alles, was danach kommt: Die Wertentwicklung, die du in Fondscharts, Factsheets und Depotauszügen siehst, wird bei aktiven Fonds in der Regel nach der BVI-Methode berechnet. Das heißt: Die laufenden Kosten des Fonds, also Verwaltungsvergütung, Depotbankgebühr und sonstige Fondskosten, sind im Kurs bereits abgezogen. Was du in der Kurve siehst, ist die Nettoleistung nach diesen Kosten. Nur der Ausgabeaufschlag und deine persönlichen Steuern stecken nicht drin.
Das hat zwei Konsequenzen. Für die schwache Mehrheit macht es die Sache nicht besser: Wer im Chart hinter der Benchmark liegt, liegt es nach Kosten, die Unterperformance ist echt. Aber es bedeutet umgekehrt auch: Wenn ein aktiver Fonds im Chart vor seinem Index liegt, dann hat er seine Gebühren bereits verdient und obendrauf Mehrwert geliefert. Eine sichtbare Outperformance in der Fondsgrafik ist keine Schönrechnung, sie ist eine Leistung nach Abzug aller laufenden Kosten.
Merke: Kosten sind der sicherste „Ertrag“ im negativen Sinn: Sie fallen garantiert an, die Mehrleistung nicht. Dank der BVI-Methode ist die Messlatte aber transparent: Die Fondskurve zeigt die Leistung nach laufenden Kosten. Wer dort dauerhaft hinter dem Index liegt, ist die teurere Version eines ETFs. Wer dauerhaft davor liegt, hat seine Gebühr verdient. Genau an dieser Messlatte muss sich jeder Baustein messen lassen, den wir empfehlen. |
Die Tranchen-Frage
Institutionelle Tranchen: ein Fonds, zwei Preise
Bevor wir zu den ETFs kommen, lohnt ein Blick auf etwas, das in kaum einem Beratungsgespräch vorkommt: Fast jeder aktive Publikumsfonds existiert in mehreren Anteilsklassen. Neben der Publikums-Tranche, die du bei jeder Bank kaufen kannst, gibt es fast immer eine institutionelle Tranche, oft am Kürzel „I“ im Namen erkennbar. Identisches Portfolio, identischer Manager, identische Entscheidungen, aber deutlich schlankere Kostenstruktur: häufig um 0,5 bis 1,0 Prozentpunkte pro Jahr günstiger. Der Haken: Die Mindestanlage liegt meist bei 100.000 € bis zu mehreren Millionen, als Privatanleger kommst du direkt kaum hinein.
Merkmal | Publikums-Tranchen | I-Tranche |
Laufende Kosten | oft 1,5 bis 2,0 % p.a. | oft 0,6 bis 1,0 % p.a. |
Portfolio & Manager | identisch | identisch |
Mindestanlage | keine oder gering | oft 100.000 € bis mehrere Mio. € |
Zugang | jede Bank, jeder Broker | Institutionen, Dachfonds, Versicherer |
Für die Aktiv-passiv-Debatte ist das ein entscheidender Punkt, gerade in Verbindung mit der BVI-Methode: Weil die Kurse einer Anteilsklasse deren Kosten bereits enthalten, zeigt die I-Tranche desselben Fonds systematisch die bessere Kurve. Ein Teil des schlechten Abschneidens aktiver Fonds in den Statistiken ist also gar kein Versagen der Manager, sondern schlicht die Kostenlast der teuren Publikums-Tranche. Derselbe Fonds als institutionelle Tranche startet mit 0,5 bis 1,0 Prozentpunkten weniger Rückstand pro Jahr, über 20 Jahre ist das ein gewaltiger Unterschied. Das rettet die schwache Mehrheit nicht, aber es verändert die Rechnung für die guten Fonds deutlich.
Merke: Bei aktiven Fonds gibt es zwei Kostenfragen, nicht eine: Was kostet der Fonds, und welche Tranche hältst du? Über gebündelte Vehikel wie Fondspolizzen sind institutionelle oder rabattierte Anteilsklassen oft auch für normale Sparraten zugänglich, weil der Versicherer das Volumen vieler Kunden bündelt. Der Tranchen-Check gehört deshalb in jede seriöse Depotanalyse. |
Die Stärken
Was ETFs wirklich gut können
Passive ETFs bilden einen Index eins zu eins ab, ohne Manager, ohne Meinung, ohne Bauchgefühl. Daraus ergeben sich Vorteile, die man nüchtern anerkennen muss:
Niedrige Kosten. Breite Welt-ETFs kosten oft 0,1 bis 0,3 % pro Jahr. Der Kostenvorsprung gegenüber teuren aktiven Fonds wirkt jedes Jahr, in guten wie in schlechten.
Marktrendite garantiert. Du bekommst verlässlich das, was der Markt liefert, abzüglich minimaler Kosten. Kein Risiko, an einen schwachen Manager zu geraten.
Transparenz und Einfachheit. Du weißt jederzeit, was drin ist. Keine Stilwechsel, keine Überraschungen, keine Star-Manager, die den Fonds verlassen.
Disziplin eingebaut. Ein ETF handelt nicht aus Angst oder Gier. Für viele Anleger ist das der unterschätzteste Vorteil überhaupt.
Liquidität. Börsentäglich handelbar, enge Spannen bei den großen Indizes, hohe Volumina.
Die Schwächen
Wo der ETF an seine Grenzen kommt
So ehrlich wie oben zur Masse der aktiven Fonds müssen wir jetzt auch beim ETF sein. Denn „passiv“ klingt neutral, ist es aber nicht:
Konzentration statt Streuung. Der MSCI World besteht zu rund 70 % aus US-Aktien, und die größten zehn Positionen, überwiegend Technologiekonzerne, machen rund ein Viertel des Index aus. Wer „die Welt“ kauft, kauft vor allem Amerika und vor allem Tech.
Prozyklik eingebaut. Marktkapitalisierungsgewichtung bedeutet: Was teurer wird, bekommt automatisch mehr Gewicht. Der Index kauft systematisch das nach, was bereits gestiegen ist, und zwar ohne Bewertungsprüfung.
Kein Risikomanagement. Fällt der Markt um 40 %, fällt dein ETF um 40 %. Es gibt niemanden, der Kasse aufbaut, absichert oder umschichtet. Der ETF ist per Definition immer voll investiert.
Kein Vorteil in ineffizienten Märkten. In Nischen wie Frontier Markets, japanischen Nebenwerten oder Spezialsektoren ist die Indexabbildung oft schlecht konstruiert oder gar nicht sinnvoll verfügbar. Genau dort, wo Analyse noch Vorsprung bringt, spielt der ETF seine Stärken nicht aus.
Mittelmaß als Obergrenze. Der ETF liefert nie mehr als den Index minus Kosten. Er ist die Garantie, nicht schlechter als der Markt zu sein, und zugleich die Garantie, nie besser zu sein.
Merke: Ein ETF ist kein Risikomanager und kein Diversifikationswunder, er ist ein präziser, billiger Spiegel seines Index, mit allen Klumpen, die dieser Index enthält. Ob das reicht, hängt davon ab, was der Index enthält und was du sonst noch besitzt. |
Die andere Seite
Wo aktive Fonds ihren Preis wert sein können
Wenn 80 bis 90 % scheitern, heißt das im Umkehrschluss: Rund 10 bis 15 % der aktiven Fonds schlagen ihre Benchmark auch über lange Zeiträume. Das ist keine Rundungsdifferenz, das sind hunderte Fonds weltweit. Und ihre Erfolge häufen sich nicht zufällig, sondern dort, wo aktives Management strukturelle Vorteile hat:
Ineffiziente Märkte. Frontier Markets, Nebenwerte, Japan abseits der Großkonzerne: wenige Analysten, wenig Aufmerksamkeit, viel Raum für echte Bewertungsarbeit.
Spezialisierte Sektoren. Biotechnologie oder Finanzwerte erfordern tiefes Fachwissen, das ein marktkapitalisierungsgewichteter Index nicht abbilden kann.
Bewertungsdisziplin. Value-orientierte Manager können Klumpen meiden, die der Index blind aufbaut, und antizyklisch dort kaufen, wo der Index verkauft.
Flexibilität. Ein aktiver Manager kann Kasse halten, Positionen absichern oder Gewichte anpassen, wenn sich das Umfeld ändert. Ein Index kann das nicht.
Genauso klar gehören die Nachteile auf den Tisch: höhere Kosten, die erst verdient werden müssen, das Managerrisiko (Personen wechseln, Stile geraten aus der Mode), und die statistische Grundwahrheit, dass die Mehrheit es eben nicht schafft. Vergangene Überrendite ist zudem keine Garantie für zukünftige, auch der beste Auswahlprozess ändert daran nichts.
Der Kern
Genau deshalb gibt es uns: die 15 % finden
Hier schließt sich der Kreis. Ja, die meisten aktiven Fonds liefern Kosten ohne Leistung, das bestreiten wir nicht, wir sagen es unseren Klienten selbst. Aber genau weil das so ist, existieren Asset-Management-Firmen und Vermögensberater wie Pilaris: Unser Handwerk ist es, aus tausenden Fonds die Minderheit herauszufiltern, die ihre Benchmark über volle Marktzyklen hinweg konsequent geschlagen hat, und die schwachen 85 % konsequent auszusortieren.
Dabei prüfen wir jeden Baustein entlang harter Kriterien:
Leistung über volle Zyklen. Mehrrendite gegenüber der korrekten Benchmark über fünf, zehn und mehr Jahre, nicht nur in einem guten Einzeljahr, und immer nach Kosten.
Echte Aktivität. Der Fonds muss sich deutlich vom Index unterscheiden. Wer den Index kopiert und aktive Gebühren verlangt, fliegt raus.
Konsistenter Stil und stabiles Team. Ein klarer, nachvollziehbarer Investmentprozess, der nicht an einer einzelnen Person hängt und nicht jede Modewelle mitreitet.
Kosten im Verhältnis zur Leistung. Gebühren sind kein K.-o.-Kriterium, aber sie müssen durch nachgewiesene Mehrrendite gedeckt sein.
Das Ergebnis dieser Arbeit siehst du in unserer Worldbeater Klasse: Portfolios aus gezielt ausgewählten Bausteinen, die diesen Filter bestanden haben, kombiniert über Regionen, Stile und Branchen. Und wo ein Index das bessere Werkzeug ist, etwa bei präzisen Sektorbausteinen, setzen wir bewusst einen ETF ein. Kein Dogma, sondern das passende Instrument für die jeweilige Aufgabe.
Das Beispiel
Pilaris Origin: was richtige Auswahl ausmachen kann
Wie das konkret aussieht, zeigt unsere Worldbeater Klasse Origin: ein Portfolio aus 9 gezielt ausgewählten aktiven Fonds und 1 ETF, kombiniert über Regionen (Japan, Europa, Schwellen- und Frontier-Märkte bewusst neben den USA), Stile und Branchen. Der ETF sitzt genau dort, wo ein Index das präziseste Werkzeug ist, als exakter Sektorbaustein. Die aktiven Fonds sitzen dort, wo Manager ihre Gebühr über volle Zyklen hinweg nachweislich verdient haben. Gemessen wird das Ganze am iShares Core MSCI World, also exakt an dem ETF, den uns die Passiv-Fraktion als Alternative vorhalten würde.

Reale Wertentwicklung: Über den Zeitraum 01.01.2021 bis 12.06.2026 wachsen 10.000 € im Pilaris Origin auf 28.913 €, im MSCI World auf 20.551 €, ein Vorsprung von rund 8.360 € auf den Welt-Index. Besonders sichtbar: 2022 der flachere Rücksetzer, 2025 das klare Davonziehen. Portfolio real aus dem Anlagebeispiel, MSCI World auf EUR-Netto-Basis; Werte gerundet. Vergangene Wertentwicklung ist keine Garantie für zukünftige Ergebnisse.
Zwei Dinge sind uns an dieser Grafik wichtig. Erstens: Dank der BVI-Methode sind das Nettokurven, die laufenden Kosten der Bausteine sind in der goldenen Linie bereits verarbeitet, der Vorsprung ist also nach Kosten echt. Zweitens: Das ist kein Zufallstreffer eines einzelnen Fonds, sondern das Ergebnis eines Portfolios, in dem jeder einzelne Baustein den oben beschriebenen Filter bestanden hat und laufend weiter daran gemessen wird. Genau diese Arbeit meinen wir, wenn wir sagen: Die Statistik gegen die Masse ist unser Geschäftsmodell, nicht unser Problem.
Der direkte Vergleich
Beide Werkzeuge im Überblick
Kriterium | Passive ETFs | Aktive Fonds |
Kosten | Sehr niedrig, oft 0,1 bis 0,3 % p.a. | Deutlich höher, oft 1,5 bis 2 % p.a., müssen erst verdient werden |
Renditeziel | Marktrendite minus Kosten, nie mehr, nie weniger | Mehrrendite möglich, aber nur bei einer Minderheit von rund 10 bis 15 % dauerhaft belegt |
Risikomanagement | Keines, immer voll investiert, voller Drawdown | Möglich: Kasse, Absicherung, Bewertungsdisziplin |
Streuung | Breit in der Anzahl, aber Klumpen nach Index (ca. 70 % USA im MSCI World) | Gestaltbar, bewusste Abweichung vom Index möglich |
Größtes Risiko | Konzentration und Prozyklik des Index | Schwachen Manager erwischen, hohe Kosten ohne Leistung |
Stark in | Effizienten Standardmärkten, als kostengünstige Basis | Ineffizienten Märkten, Nischen, Spezialsektoren |
So machen wir es
Aktiv und passiv bei Pilaris
Wir sind weder ETF-Gegner noch Fonds-Romantiker. Unsere Portfolios kombinieren beides nach einer einfachen Logik:
Aktive Fonds dort, wo Auswahl nachweislich Mehrwert bringt: in Nischen und Spezialthemen, in denen erfahrene Manager ihre Gebühr über Jahre hinweg verdient haben.
ETFs dort, wo Präzision und Kosten zählen: etwa als exakte Sektorbausteine, bei denen kein Manager einen belegbaren Vorsprung hat.
Benchmark-Disziplin für alles: Jeder Baustein wird laufend am passenden Index gemessen. Verliert ein aktiver Fonds seinen Vorsprung dauerhaft, wird er ersetzt, notfalls durch einen ETF.
Tranchen-Check für jeden Baustein: Wir prüfen, ob eine günstigere Anteilsklasse zugänglich ist, insbesondere über den Versicherungsmantel, in dem durch gebündeltes Volumen oft institutionelle Konditionen erreichbar sind. Derselbe Fonds ohne unnötige Kostenlast ist der einfachste Renditegewinn, den es gibt.
Steueroptimierter Mantel: In der Fondspolizze lösen Umschichtungen zwischen Bausteinen weder Kosten noch 27,5 % KESt aus. Gerade ein aktiv gepflegtes Portfolio profitiert davon, am Depot kostet jeder Tausch Steuer.
Häufige Fragen
Kurz und ehrlich beantwortet
Wenn 85 % der aktiven Fonds scheitern, warum nicht einfach nur ein Welt-ETF?
Das ist eine völlig legitime Strategie und jedem planlosen Einzelaktien-Depot überlegen. Man sollte nur wissen, was man kauft: rund 70 % USA, hohe Tech-Konzentration, kein Risikomanagement, und nach Kosten immer knapp unter dem Index. Wer mehr Streuung über Regionen, Stile und Assetklassen will oder gezielt Nischen nutzen möchte, braucht zusätzliche Bausteine, und dort beginnt die Auswahlarbeit.
Woran erkennt man die guten 10 bis 15 %?
Nicht an der Rendite des letzten Jahres. Wir schauen auf Mehrrendite nach Kosten über volle Zyklen, auf echte Abweichung vom Index, auf einen stabilen, nachvollziehbaren Prozess und auf ein Gebührenniveau, das zur Leistung passt. Und selbst dann gilt: Vergangene Wertentwicklung ist keine Garantie, deshalb wird jeder Baustein laufend überprüft.
Sind ETFs in einem Crash gefährlicher als Fonds?
Die ETF-Struktur selbst hat sich bisher auch in Stressphasen als robust erwiesen. Der Punkt ist ein anderer: Ein ETF fällt exakt so tief wie sein Markt, ohne Puffer und ohne Gegensteuern. Wer das weiß und aushält, hat kein Problem. Wer im Crash panisch verkauft, hat den teuersten Fehler gemacht, den es gibt, egal ob mit ETF oder Fonds.
Sind die hohen Gebühren aktiver Fonds nicht grundsätzlich Abzocke?
Gebühren ohne Mehrleistung sind es, und das trifft auf die Mehrheit zu. Gebühren mit nachgewiesener Mehrrendite nach Kosten sind dagegen schlicht der Preis für Handwerk. Entscheidend ist, dass jemand den Unterschied prüft, bevor dein Geld investiert wird, und ehrlich genug ist, im Zweifel den ETF zu empfehlen.
Warum sehe ich die Fondskosten nicht auf meinem Depotauszug?
Weil sie nach der BVI-Methode bereits im Kurs verrechnet sind: Verwaltungsvergütung und sonstige Fondskosten werden laufend aus dem Fondsvermögen entnommen, die ausgewiesene Wertentwicklung ist also schon eine Nettoleistung. Das ist transparenter, als es klingt, denn es macht Fonds und Benchmark direkt vergleichbar. Was zusätzlich anfallen kann: Ausgabeaufschlag, Depotgebühren und die KESt. Und welche Kostenstufe im Kurs steckt, entscheidet die Anteilsklasse, deshalb gehört der Tranchen-Check in jede Depotanalyse.
Aktiv oder passiv in der Fondspolizze?
Beides ist möglich, und die Mischung ist meist die beste Antwort. Der Mantel selbst bringt den Vorteil: Nach 15 Jahren ist die Auszahlung nach §27 EStG steuerfrei, und Umschichtungen während der Laufzeit lösen keine KESt aus. Das macht ihn besonders wertvoll für Portfolios, die aktiv gepflegt und regelmäßig rebalanciert werden.
Fazit
Kein Glaubenskrieg, sondern eine Auswahlfrage
Die ETF-Bewegung hat der Branche einen Gefallen getan: Sie hat die Messlatte sichtbar gemacht. Ein aktiver Fonds, der seine Benchmark nach Kosten nicht schlägt, hat keine Daseinsberechtigung, so einfach ist das. Aber die Statistik, die das belegt, belegt auch die Existenz einer Minderheit, die es dauerhaft schafft. Zwischen „alles in einen Index“ und „blind aktive Fonds kaufen“ liegt die Arbeit, die wir bei Pilaris machen: messen, filtern, kombinieren, und ehrlich sagen, wann welches Werkzeug das richtige ist.
Deine nächsten Schritte
Lass dein Depot unverbindlich von uns durchleuchten. Wir zeigen dir, welche deiner Fonds ihre Gebühren tatsächlich verdienen, wo du für Indexnähe aktive Preise zahlst und wie eine Kombination aus geprüften aktiven Bausteinen und gezielten ETFs für dich aussehen könnte. Die Entscheidung triffst du.
Methodik & Transparenz. Die Zahlen zur Buffett-Wette (Indexfonds rund +126 %, Hedgefonds-Auswahl im Schnitt rund +36 %, 2008 bis 2017) sind reale, gerundete historische Werte; Hedgefonds sind mit klassischen Publikumsfonds nur eingeschränkt vergleichbar. Die Balkengrafik zeigt grobe Größenordnungen auf Basis der SPIVA-Studien von S&P, die exakten Anteile variieren je nach Region, Kategorie und Auswertungszeitraum. Der Anteil dauerhaft überperformender Fonds von rund 10 bis 15 % ist eine gerundete Größenordnung aus denselben Studien. Fondswertentwicklungen werden nach der BVI-Methode dargestellt, laufende Fondskosten sind in den Kursen bereits berücksichtigt, nicht jedoch Ausgabeaufschläge, Depotkosten und Steuern. Die Angaben zu den Kosten von Publikums- und institutionellen Tranchen sind typische Größenordnungen im Markt, die konkreten Werte unterscheiden sich je nach Fonds, Anteilsklasse und Vertriebsweg; ob und zu welchen Konditionen institutionelle Anteilsklassen über einen Versicherungsmantel zugänglich sind, hängt vom jeweiligen Tarif ab. Die Wertentwicklung des Pilaris Origin (01.01.2021 bis 12.06.2026, 10.000 € auf 28.913 € gegenüber 20.551 € im MSCI World EUR-Netto) basiert auf realen, gerundeten Werten aus dem Anlagebeispiel; die reale gemeinsame Historie aller Bausteine beträgt rund 5,5 Jahre. Steuerliche Aussagen beziehen sich auf die österreichische Rechtslage (Stand 2026) und können sich ändern. Keine Anlage- oder Steuerberatung, keine Renditezusage; vergangene Wertentwicklung ist keine Garantie für zukünftige Ergebnisse. |

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